Windows ... das waren noch Zeiten ... ^^
... die ich nicht im Geringsten vermisse! Mindestens einmal pro Woche ging ich eine irrsinnig fette Lesezeichenliste im Firefox durch. Ziel: Programme updaten. Wenn es ein Update gibt, musste ich mich erst einmal zum finalen Download-Link vorkämpfen, um dann das Installationsprogramm zu starten. Einfach so? Natürlich nicht! Einigen Programmen gefiel ein "Drüberbügeln" überhaupt nicht, also musste ich den gesamten Programmordner erst einmal kopieren - nicht nur als Backup - dann die neue Version installieren (was gerne als "benutzerfreundliche Installation" vermarktet wird, ist in Wirklichkeit extrem umständlich, wie ich später erfuhr) und hoffen, dass sie läuft. Wenn das geht, hole ich eventuell einige Konfigurationsdateien aus dem Backup und setze sie in die neue Version ein - vorher von der neuen Version natürlich auch ein Backup machen! Wenn dann alles gut ging, durfte ich noch die Backups löschen. Diese Tortur mache ich dann für jedes Programm, und mit der Zeit wurde das echt unerträglich!
Zweimal pro Monat war der Rechner vom Abend bis zum nächsten Vormittag nicht mehr ansprechbar. Gründe: Virenscanner, Defragmentierung. Nach einem Fehler im Update-Modul des Virenscanners durfte ich dann mindestens einmal pro Woche die neuen Signaturen manuell einspielen. Das allein läuft schon wieder ähnlich kompliziert ab wie die manuelle Programmaktualisierung.
Ab und an durfte ich irgendwelche Verzeichnisse für temporäre Dateien händisch löschen oder die Registry entmüllen. Neue Programme bedeuteten nicht nur sinnlose Registry-Einträge, sondern auch Herumsuchen nach evtl. fehlenden DLLs und natürlich einen weiteren Eintrag in meiner Lesezeichenliste. Meine Mutter meinte ständig, ich würde viel zu lange vor dem Rechner sitzen etc. Dabei war ich wohl mindestens ein Achtel der Zeit nur damit beschäftigt, das Betriebssystem zu administrieren! Geglaubt hat sie mir das übrigens nicht wirklich.
Na ja, nun bin ich seit über einem Jahr außer Haus und mit meinem Ubuntu glücklich und zufrieden. Wenn ich mal wieder zu meinen Eltern fahre, stehe ich wieder vor einem hässlichen System, bei dem einfach nichts rund läuft. Auf Wunsch darf ich dann - man lese und staune! - den Rechner wieder auf Vordermann bringen, nachdem er kein halbes Jahr lang nicht ein einziges Mal die Befehle eines Adminstrators entgegennahm. System zu langsam. Virenscannerprobleme. Dabei bin ich doch effektiv gerade mal 24 Stunden da. Soll ich mich nun den Gästen zur Geburtstagsfeier eines Verwandten zuwenden, oder soll ich mich wieder nur hinter dem Rechner verkriechen? Wie man's macht, macht man's falsch!
Jedenfalls durfte ich dann auch mal ein Windows-Update (übrigens XP) machen. Den Automatik-Scheiß habe ich abgestellt, nachdem ich sehen musste, dass mir sonst Software installiert würde, die ich gar nicht haben will, und ich meinen Eltern nicht zutraue, dass sie in der Update-Liste Gut von Böse unterscheiden können. Also klickte ich ausnahmsweise einmal nach wieder aktiviertem Update-Modul auf diesen tollen gelben Schild in der Tray-Symbolleiste. "Express-Modus" empfohlen? WTF? Wurde dieses Update-Dingens etwa für Analphabeten konzipiert?? Na ja, ich jedenfalls überredete das Teil dazu, mir die Liste der anstehenden Updates zu zeigen. Wieder nur mangelnde Information: Eine Gesamt-Downloadgröße kann man nur durch Überschlagen abschätzen. Die Liste ist voll mit irgendwelchen nichtssagenden KB-Nummern. Nur vier Einträge sagten mir auf Anhieb etwas; darunter der ach so tolle Internet Explorer 7, den ich ja mal gar abkann, und irgendein Werkzeug, angeblich zum Entfernen böswilliger Software (oder so ähnlich). Mir läuft's kalt den Rücken runter, wenn ich mir vorstelle, was M$ so alles mit meinem Rechner vorhat! Nachdem ich also ein paar Häkchen entfernt habe, bestätige ich meine Eingaben und sage nun, dass die ausgewählten Updates installiert werden sollen ...
Und plötzlich ist alles einfach weg! :shock: Kein Update-Fenster, kein Schild, keine Fortschrittsanzeige. Nichts. Ich sehe, dass sich beim Netzwerk was tut, aber das könnte genauso gut an anderen Dingen (YouTube etc.) liegen. Funktioniert das Abrufen er Updates? Keine Ahnung. Wie lange dauert das Herunterladen noch? Keine Ahnung! Kann ich mich gefahrlos abmelden? Keine Ahnung!! Was ist, wenn jemand anderes sich anmeldet? Wieder keine Ahnung. Es ist zum Verzweifeln! Ich bin Admin und habe überhaupt keine Kontrolle über wichtige Aktivitäten des Betriebssystems.
Wie es der Zufall so will, meldete sich tatsächlich jemand anderes noch an! Und auf einmal war wieder der gelbe Schild zu sehen - und zwar bei ihm! :shock: Ich klickte mal drauf, und mir kam - natürlich nicht sofort, denn das wäre ja zu einfach

- exakt die gleiche Liste entgegen! Ja, was denn nun? Wurden die Updates heruntergeladen oder nicht? Oder wurde alles eingestellt und ich sollte wieder von vorn beginnen? ???:L Ich ignorierte es einfach und setzte meine normalen Tätigkeiten wieder fort. Als ich dann den Rechner herunterfahren wollte und sich alle abgemeldet hatten, traute ich meinen Augen nicht: Zum Herunterfahren gab es
zwei Optionen, einmal mit und einmal ohne Installation der heruntergeladenen Updates. Wer entscheidet das? Eigentlich NIEMAND!! Kein Nutzer ist angemeldet! Jeder Idiot könnte jetzt herkommen und, ohne sich auch nur vor dem Rechner ausgewiesen zu haben, Einfluss auf eine wichtige administrative Angelegenheit nehmen. :shock: Und was passiert, wenn ich sage, er soll die Updates installieren? Es wurden wohl tatsächlich die Installationen vorgenommen und ich bekam angezeigt, wie viele Updates bereits installiert wurden. Einige brauchten lange. War das System abgestürzt? Keine Ahnung! Welches Update wäre daran schuld gewesen? Keine Ahnung! Wie lange dauert das überhaupt noch? Keine Ahnung, nicht einmal die Ahnung einer Ahnung!
...
Nach der Aktion war Windows für mich entgültig gestorben. Selbst Windows 20 interessiert mich schon jetzt nicht mehr. Ein so bekacktes "System" werde ich meiden, wo es nur geht.
Zum Vergleich das alles noch mal unter Ubuntu:
Ich werde darauf aufmerksam gemacht, dass Updates verfügbar sind. Ein Klick auf das entsprechende Symbol, und schon erstrahlt die Liste mit allen Informationen, die ich brauche: Gesamt- und Einzelgröße, betroffene Module, Notizen zu vorgenommenen Änderungen. Ein weiterer Klick, und schon werde ich aufgefordert, das Passwort(!) zum Erlangen von root-Rechten einzugeben. Nach Eingabe geht es sofort los mit vollautomatischem Herunterladen und Installieren, und ich kann bei jedem Schritt genau sagen, was passiert, und im Fehlerfall - den es noch nie gab - exakt beschreiben, wo und wann welcher Fehler aufgetreten ist. Ich bekomme auch Fortschrittsbalken und Restzeiten angezeigt. Einfacher geht schon nicht mehr! Wenn dann alles installiert wurde, kommt sehr selten noch eine einzige(!) Aufforderung zum Neustart. Das war's. Drei Klicks und ein Passwort! So funktioniert das Aktualisieren von Ubuntu
und gleichzeitig auch aller installierten Softwarepakete!
Windows ist von so etwas noch meilenweit entfernt ...
Ark